Licht-Angler

Naturfotografie und Reiseberichte

Gabun

07.06. - 22.06.2012

Gabun wird im Westen vom Atlantischen Ozean begrenzt, im Norden von Kamerun und Äquatorialguinea, im Süden und Osten von der Republik Kongo - Brazza. Das Land erstreckt sich über eine Fläche von 267.000 km² und besitzt einmalige natürliche, touristische und wirtschaftliche Ressourcen. Gabun ist hauptsächlich ein Land der Hügel und der Hochebenen. Das Land ist fast vollständig mit dichtem Regenwald bewachsen. Es gibt mehrere Gebirgsmassive von mittlerer Höhe. Die höchsten Erhebungen liegen bei 1000m. Nur die Küstenregionen sind flach, bedeckt von Mangrovenwäldern und einer Savannenvegetation. Unsere Reise führte uns von Libreville (1) nach Sette Cama (2) am Loango N.P. und zurück. Nach einem Abstecher in den Pongara National Park (3) fuhren wir, mit dem Zug, zum Lope National Park (4). Anschließend fuhren wir, mit dem Zug, weiter nach Bakoumba (5). Von Bakoumba ging es, mit dem Zug, dann wieder zurück nach Libreville (1)

Gabun Route

Do 07.06.2012 Frankfurt - Paris - Libreville

Um 7:30 Uhr flogen wir von Frankfurt nach Paris. Nach 1 ½ Stunden Aufenthalt in Paris ging es weiter nach Libreville. Nach der Ankunft in Libreville, 6 ½ Stunden später, wurden wir zu unserem Hotel gebracht. Dort verbrachten wir die erste Nacht.

Fr 08.06.2012 Libreville - Sette Cama

Eigentlich sollte es am Morgen mit dem Flugzeug nach Gamba und von dort aus mit dem Boot zur Sette Cama Lodge gehen. Da aber der Flug nach Gamba abgesagt wurde mussten wir auf dem Landweg nach Sette Cama fahren. Am Morgen um 5 Uhr ging es dann los. Die 700 km legten wir zum größten Teil im Auto zurück, nur für die letzten 10 km mussten wird ein Boot nehmen. Nach ca. 13 Stunden Fahrt kamen wir dann in Sette Cama an. Dort war es Stockfinster. Erst 20 Minuten nach unserer Ankunft wurde der Generator gestartet und es gab Licht. Wir waren nach zwei Monaten wieder die ersten Gäste in der Lodge.

Sa 09.06.2012 Sette Cama

Am Morgen um 8:00 Uhr begann die erste Tour. Wir fuhren mit dem Boot über die Lagune. Von dort aus Unternahmen wir eine Wanderung durch den Regenwald und die dazwischen liegenden Wiesen. Im Regenwald sahen wir nur Insekten und Spinnen. Es gab aber Spuren von größeren Tieren. Auf der ersten Wiese stand ein Büffel der sich aber, als er uns sah, in den Wald zurückzog. Auf den Wiesen gab es sonst wenige Vögel und einige Schmetterlinge und Libellen. Insgesamt dauerte die Wanderung ca. 3 Stunden. Da die Nachmittagstour erst um 16:30 begann hatten wir nach dem Mittagessen genug Zeit in der Lodge Vögel zu fotografieren und an den, 300 m entfernten, Atlantikstrand zu gehen. Am Nachmittag fuhren wir eine Stunde die schmale Halbinsel zwischen Atlantik und Lagune entlang Richtung Norden. Dann gingen wir auf die Halbinsel und konnten dort Waldelefanten, Waldbüffel und Sitatungas beobachten bis es zum Fotografieren zu dunkel wurde. Dann ging es zurück zur Lodge.

So 10.06.2012 Sette Cama

Morgens fuhren wir mit dem Boot in die Lagune um von dort aus Tiere beobachten zu können. Die Ausbeute auf der Fahrt war aber sehr gering. Am Nachmittag starteten wir, auf unserem Wunsch hin, eine Stunde früher als am Vortag. So dass wir den erneuten Besuch auf dem nördlichen Teil der Halbinsel mit einer Pirschfahrt in der Lagune verbinden konnten. Diesmal war die Pirschfahrt etwas erfolgreicher als am Vormittag. Auf der Halbinsel gab es wieder Waldelefanten, Waldbüffel und Sitatungas zu sehen. Insgesamt gab es dort relativ wenige Tiere zu sehen.

Mo 11.06.2012 Sette Cama - Libreville

Am Morgen ging es wieder zurück nach Libreville. Dafür fuhren wir denselben Weg wie auf der Hinfahrt wieder zurück. Wir verbrachten dann wieder eine Nacht in Libreville.

Di 12.06.2012 Libreville - Pongara National Park - Lope N.P.

Da der Zug nach Lope erst am Abend fuhr, machten wir einen Ausflug in den Pongara National Park. Wir fuhren mit einem Boot in Richtung der Pongara Lodge. Als wir die Lodge fast erreicht hatten ging das Boot vor Anker. Direkt in der Brandung des Atlantiks. Wir wurden dann mit einem kleinen Schlauchboot an Land gebracht. Da wir unser gesamtes Gepäck mit hatten, wurde auch dieses und die Fotoausrüstung mit dem Schlauchboot an Land gebracht. Von der Lodge aus unternahmen wir eine ereignislose Wanderung in die Umgebung der Lodge. Danach bekamen wir ein hervorragendes 3-Gänge Mittagsmenu. Nach dem Essen ging es wieder zurück. Da der Wind nun Stärker war und wir gegen die Brandung fahren mussten war das Übersetzen mit dem Schlauchboot schwieriger. Als ich auf dem Boot an kam war ich klatschnass, da zwei Brecher über das Schlauchboot gingen. Das Gepäck und die Fotoausrüstung blieben zum Glück trocken. Durch die raue See ging es zurück nach Libreville. Von der Anlegestelle wurden wir direkt zum Bahnhof gebracht. Am Abend um 20:30 Uhr fuhr dann der Zug nach Lope ab. Um 2:20 Uhr erreichten wir, mit einstündiger Verspätung, Lope. Vom Bahnhof wurden wir dann ins Hotel gebracht, so dass wir um 3:00 Uhr morgens endlich im Bett lagen.

Mi 13.06.2012 Lope N.P.

Um 7:00 Uhr gab es Frühstück und um 7:30 Uhr gab es die erste Tour in die Savanne. Auf der Tour gab es nur wenige Tiere zu sehen. Nach ca. 3 Stunden waren wir wieder im Hotel. Da die Nachmittagstour erst um 16:00 Uhr losging hatten wir viel Zeit. Wir nutzten die Zeit um in der Hotelanlage Vögel zu fotografieren. Dort gab es mehr Vögel als im National Park. Auf der Nachmittagstour bekamen wir dann Waldelefanten, Waldbüffel und ein paar Affen zu sehen.

Do 14.06.2012 Lope N.P.

Für heute war dann ein Besuch im Mikongo Camp geplant. Von dem Camp sollte es dann zu einer Gorillagruppe gehen. Mit 1 1/2 Stunden Verspätung wurden wir vom Hotel abgeholt. Wir fuhren aber nicht zum Camp, sondern stiegen an einer Kreuzung aus. Von dort aus liefen wir 3 ½ Stunden einen Waldweg entlang bis wir eine Pause machten. Nach der Pause fing es an zu regnen, so dass wir binnen 2 Minuten komplett durchnässt waren. Jetzt ging es 3 ½ Stunden wieder zurück, davon 1 Stunde im strömenden Regen. Auf dem Hinweg haben wir ein paar Schmetterlinge, Libellen und eine kleine Antilope gesehen. Auf dem Rückweg haben wir nichts gesehen.

Fr 15.06.2012 Lope N.P. - Bakoumba

Am Vormittag unternahmen wir eine Bootstour. Die führte uns zu einigen alten Steingravuren. Auf dem Hin- und Rückweg haben wir praktisch keine Tiere gesehen. Der Mittag und Nachmittag verlief wie am ersten Tag in Lope. Eine Abweichung von der Standardroten und Zeiten war nicht möglich. Damit wäre das Personal im Lope Hotel wohl auch überfordert. Insgesamt gab es auch in Lope relativ wenige Tiere zu sehen. Um ein Uhr nachts wurden wir dann zum Bahnhof gebracht, damit wir weiter zum Lekedi Park fahren konnten. Der Zug hatte diesmal 2 Stunden Verspätung, so dass wir gegen 3:30 Uhr in den Zug steigen konnten. Den Rest der Nacht verbrachten wir im Zug.

Sa 16.06.2012 Bakoumba

Um kurz vor Neun kamen wir in Moanda an. Dort holte uns ein Fahrer der Lodge ab und brachte uns nach Bakoumba wo wir ca. 2 Stunden später ankamen. Am Nachmittag fuhren wir dann zum ersten Mal in den Lekedi Park. Der Lekedi Park ist ein privates Reservat das irgendwo zwischen Wildlife und Zoo liegt. Der Lekedi Park ist ca. 20 Minuten Fahrzeit von der Unterkunft entfernt. Die Fahrt geht dabei immer durch den Ort Bakoumba. Das Ziel der Tour waren die Mandrills die in dem Park leben. Der Guide ortete die Mandrills mit einer Antenne und lockte sie dann aus dem Wald auf eine Wiese. Dort bekamen sie dann Bananen. Während des Fressens konnten sie dann fotografiert werden. Nach knapp 5 Minuten waren die Bananen alle und die Mandrills verschwanden wieder im Wald. Wir wurden anschließend direkt wieder zur Unterkunft gebracht.

So 17.06.2012 Bakoumba

Am Morgen ging es wieder in den Park. Als erstes fuhren wir zu einer Wiese auf der sich eine Herde Waldbüffel aufhielt. Wir wurden mitten in die Herde hineingefahren. Anschließend fuhren wir zu einer 350 m langen Hängebrücke die ein kleines Tal überspannt. Die Brücke führt zwischen den Baumwipfeln hindurch. Von dort aus lassen sich gut die dort lebenden Schimpansen beobachten. Danach ging es, zum Mittagessen, wieder in die Lodge. Um 14:00 Uhr ging es zurück in den Park. Wir wurden zu einem See gebracht wo wir in ein Boot umstiegen. Mit dem Boot fuhren wir an eine Insel heran. Vom Boot aus konnten wir dann zwei Gorillas, die auf der Insel leben, fotografieren. Die beiden jungen Gorillas (5 und 7 Jahre alt) sind Waisen und werden dort von einem Tierpfleger betreut. Der führte sie auch zu Rand der Insel. Besucher dürfen die Insel nicht betreten. Nach den Gorillas besuchten wir noch einmal die Waldbüffel und konnten anschließend noch einige andere Tiere beobachten.

Mo 18.06.2012 Bakoumba

Heute fuhren wir morgens zu einem anderen See im Park. Dort fuhren wir wieder mit einem Boot zu einer Insel. Auf der Insel leben Schimpansen und Waldbüffel. Als wir dort ankamen waren zwei Schimpansen und ein Büffel am Ufer. Da die Schimpansen wussten das sie Bananen bekommen würden haben sie als erstes der Büffel verjagt. Der guckte dann später durch die Büsche ob für ihn nicht doch noch was abfällt. Vom Boot aus bekamen die Schimpansen einige Bananen zugeworfen und wir konnten die Schimpansen fotografieren. Danach ging es wieder zum Mittagessen in die Lodge. Am Nachmittag wollten wir dann noch einmal die Mandrills besuchen. Der Guide ortete sie wieder mit der Antenne und verschwand im Wald. Einige Zeit später kam er dann alleine aus dem Wald. Die Mandrills saßen an einer Stelle an die er nicht rankam und sie ließen sich auch nicht anlocken. So mussten wir unverrichteter Dinge wieder zur Lodge fahren.

Di 19.06.2012 Poubara

Diesmal fuhren wir nicht in den Park. Am frühen Morgen fotografierten wir Vögel in der Lodge. Um 9:00 Uhr ging es dann los. Wir fuhren zu den Poubarawasserfällen in der Nähe von Franceville. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir dort an. Zu den Wasserfällen führt eine Lianenbrücke. Nach dem wir die Brücke überquert hatten gingen wir zu den Wasserfällen und machten einige Bilder. Zurück ging es wieder über die Lianenbrücke. Dann fuhren wir wieder zur Lodge. Auf den Rückweg machten wir noch eine Pause um unser verspätetes Mittagessen einzunehmen. Die Wasserfälle wird es nicht mehr lange geben, denn oberhalb der Wasserfälle wird ein Staudamm für ein Wasserkraftwerk gebaut.

Mi 20.06.2012 Bakoumba - Libreville

Am Morgen fuhren wir, auf unseren Wunsch hin, wieder zu den Gorillas. Der Leiter des Parks hatte uns noch versprochen dass wir auch Pinselohrschweine sehen können. Da die nur Nachts aus dem Wald kommen hatten wir so unsere Zweifel daran. Auf dem Weg zu den Gorillas bekamen wir sie dann aber doch zu sehen. Die leben dort in einem Stall. Für den Nachmittag hatten wir eigentlich einen dritten Versuch bei den Mandrills geplant. In der Mittagspause kam dann aber unser Guide und sagte uns dass die Mandrills den Park verlassen hätten. So entschieden wir uns kurzfristig noch einmal zur Hängebrücke mit den Schimpansen zu fahren. Diesmal hatten wir nicht so viel Glück wie beim ersten Mal. Die meisten Schimpansen hielten sich woanders auf, so dass wir von der Brücke aus nur einen Schimpansen sehen konnten. Anschließend fuhren wir zurück zur Lodge. Um 18:00 Uhr begann dann unsere Rückreise. Unser Guide brachte uns wieder zum Bahnhof nach Moanda wo wir gegen 20:00 Uhr ankamen. Um 21.15 Uhr verließ dann der Zug den Bahnhof und wir verbrachten die ganze Nacht im Zug.

Do 21.06.2012 Libreville - Paris

Gegen 9:00 Uhr am Morgen erreichten wir dann Libreville. Dort wurden wir von Bahnhof abgeholt und zum Hotel gebracht. Nach einer ausgiebigen Dusche im Hotel erkundeten wir die Umgebung des Hotels. Da wir wussten dass das Meer nicht weit weg ist suchten wir einen Zugang dahin. Nach einiger Zeit fanden wir dann eine Gasse die direkt zum Atlantikstrand führte. Nach dem wir einige Zeit am Strand waren gingen wir zum Mittagsessen zurück ins Hotel. Später erkundeten wir noch einmal die Gegend um das Hotel. Um 18:00 Uhr wurden wir dann vom Hotel abgeholt und 10 Minuten später am Flughafen abgesetzt. Unser Flug nach Paris ging dann um 21:50 Uhr.

Fr 22.06.2012 Paris - Frankfurt

Nach dem Umsteigen in Paris waren wir dann um 9:00 Uhr morgens wieder in Frankfurt. Insgesamt gab es in Gabun relativ wenige Tiere zu sehen. Insbesondere bei den Vögel und kleinen Affen hatten wir deutlich mehr erwartet. Für ambitionierte Tierfotografen lohnt sich daher ein Urlaub in Gabun nicht.